Überzeugte Demokratinnen und Demokraten – als solche würden sich wohl die allermeisten bezeichnen. Doch was, wenn unsere demokratischen Werte etwas kosten? Soziale Akzeptanz, Privilegien, Freiheit oder Gesundheit? Welchen Preis wären wir bereit, für unsere Überzeugungen zu zahlen?
Diese Fragen stehen im Zentrum einer Veranstaltung anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „… denen mitzuwirken versagt war.“ Ostdeutsche Demokraten in der frühen Nachkriegszeit der Bundesstiftung Aufarbeitung am 19. Mai 2026 um 16:00 Uhr in der Portikushalle des Landtages (Haupteingang). Interessierte können sich unter folgendem Link bis zum 11. Mai 2026 anmelden: https://www.landtag-niedersachsen.de/2026-05-19-anmeldung. Die Ausstellung in der Portikushalle wird vom 20. Mai bis zum 7. Juni 2026 täglich von 9:00 bis 20:00 Uhr gezeigt. Der Eintritt ist kostenlos.
Zu Beginn der Eröffnung wird Landtagspräsidentin Hanna Naber ein Grußwort sprechen. Markus Meckel, letzter Außenminister der DDR und amtierender Ratsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung, führt dann in die Ausstellung ein. Menschen aus vier Generationen berichten anschließend von ihrem Einsatz für Freiheit und Grundrechte: davon, was sie dazu bewegt hat, sich zu exponieren, und davon, welche gravierenden Folgen der Einsatz für ihre demokratischen Überzeugungen für sie persönlich hatte – in der kommunistischen Diktatur der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und DDR der frühen Nachkriegszeit einerseits und unter den grundlegend anderen Bedingungen unseres heutigen demokratischen Gemeinwesens andererseits.
Ihre ganz individuellen Erfahrungen schildern:
- Werner Bork (Jahrgang 1932), bereits als Jugendlicher stand er in Opposition zum System der SBZ – mit Folgen für sein ganzes Leben
- Markus Meckel (Jahrgang 1952), SPD-Politiker und letzter Außenminister der DDR
- Murat Kalmış (Jahrgang 1971), als FDP-Politiker 3. Bürgermeister von Delmenhorst, gründete angesichts von Hass gegen Mandatsträger eine Beratungsstelle
- Sylvia Swierkowski (Jahrgang 1987), Sozialarbeiterin aus Brandenburg, wurde während eines Demokratiebildungsprojektes ohne Angaben von Gründen von der Kommune Wandlitz freigestellt und schließlich entlassen
Daran anknüpfend heißt es für das Publikum: Hand aufs Herz – wie weit würde ich gehen? Wozu wäre ich bereit?
„Die Gefährdung unserer Demokratie ist schon lange nicht mehr ein abstraktes Szenario. Zentrale Institutionen und grundlegende Werte werden hier und heute infrage gestellt. Die Frage nach der Verantwortung jeder und jedes Einzelnen ist somit höchstaktuell – und die Erfahrungen aus der Geschichte bieten wertvolle Orientierung“, sagt Landtagspräsidentin Hanna Naber vor der Ausstellungseröffnung.
Hinweis
Medienschaffende sind herzlich eingeladen, über die Eröffnungsveranstaltung zu berichten. Um Anmeldung per Nachricht an presselandtag(at)lt.niedersachsen.de wird gebeten.