Pressemitteilung 2026-01-12

„Die Geige, die ich halte, ist mein Schutzschild geworden.“ – Gedenkkonzert am 25. Januar 2026 in der Marktkirche

Vielfach wurden Komponistinnen und Komponisten durch die Nationalsozialisten entrechtet und verfolgt. Jüdische Kulturschaffende wurden ins Exil gezwungen oder inhaftiert und ermordet. Ihre Kunst wurde in perfidem Zynismus zur Verschleierung und Verharmlosung der Realität deutscher Konzentrationslager eingesetzt. Die Zerstörung künstlerischen Lebens ist eine Facette des nationalsozialistischen Vernichtungswillens. 

Im Vorfeld des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar) laden der Niedersächsische Landtag und die Villa Seligmann am 25. Januar 2026 zu einem Konzert um 18:00 Uhr in die Marktkirche. Die Marktkirche Hannover sowie der Kirchenkreis Hannover sind Kooperationspartner. Der Eintritt ist frei.

Der Gedenkabend widmet sich den Kompositionen jüdischer Kulturschaffender, die in unterschiedlicher Weise Verfolgung erlitten. Ruth Schonthal flüchtete als Jugendliche und suchte dem Holocaust später ein klangliches Denkmal zu setzen. Viktor Ullmann komponierte etwa die Hälfte seiner Werke in Theresienstadt und setzte dem bevorstehenden Tod seine Kunst entgegen. Szymon Laks überlebte Auschwitz-Birkenau durch seine Musik, bevor er sein Leben für die Musik fortsetzte. Gestaltet wird der Konzertabend vom Modern Times Quartet Berlin sowie der Schauspielerin Charlotta Bjelfvenstam.

Nach der Begrüßung durch Landtagspräsidentin Hanna Naber folgen Grußworte von Eliah Sakakushev-von Bismarck, Direktor der Villa Seligmann und Karl Ludwig Schmidt, stellvertretender Stadtsuperintendent für den Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband Hannover.

Landtagspräsidentin Hanna Naber sagt: „Mit ihrer Musik würdigen wir Kulturschaffende, die selbst von Verfolgung betroffen waren und erinnern damit an alle Opfer des Nationalsozialismus. Musik kann einen einzigartigen Zugang zum Unvorstellbaren bieten. Musik hat die magische Kraft, uns im Innersten zu berühren. Damit ist sie von immensem Wert für die Gedenkarbeit.“

Hinweis
Medienschaffende sind eingeladen, über die Veranstaltung zu berichten. Um Anmeldung per Nachricht an presselandtag(at)lt.niedersachsen.de wird gebeten.