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Readspeaker Symbol Besuch in der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem

Einen Monat nach dem Abschluss ihrer Sommerreise zu fünf niedersächsischen Gedenkstätten, besuchte Landtagspräsidenten Gabriele Andretta gemeinsam mit Regionspräsident Hauke Jagau am 06. September die Mahn- und Gedenkstätte in Ahlem.

Die Gedenkstätte, die 2014 auf intensives Betreiben der Region am historischen Ort der ehemaligen israelitischen Gartenbauschule eröffnet wurde, blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück: Bevor von diesem Ort Verfolgung, Deportation und Vernichtung von Juden und Gegnern des NS-Regimes ausgingen, stand er für jüdische Emanzipation und soziales Engagement. 1893 hatte der jüdische Bankier Moritz Simon in Ahlem eine landwirtschaftliche und handwerkliche Schule gegründet. Wie wichtig handwerkliche und landwirtschaftliche Fertigkeiten Jahre später werden sollten, konnte Simon bei der Gründung nicht ahnen: Ab 1933 wurde die Berufsausbildung kombiniert mit Sprachkursen eine wichtige Vorbereitung für die rettende Emigration nach Israel, Lateinamerika und weitere Ländern.

1942 musste die Schule schließen. Zu dem Zeitpunkt nutzte die Gestapo das Gelände bereits als „Judenhaus“ und als Sammelstelle für Deportations-Transporte in die Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager. Ab Mitte Juli hatte die Gestapo ein Gefängnis auf dem Gelände eingerichtet. Im März 1945 richtete sie mindestens 59 ihrer Häftlinge in der ehemaligen Laubhütte hin.

Im Dezember 2014 eröffnete nach sieben Jahren Planung und für 6,3 Millionen Investitionssumme die Gedenkstätte. Hauke Jagau blickt auf den langen Prozess zurück, der der Eröffnung vorausging: „Wir haben viele Jahre lang daran gearbeitet, ein zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln und eine Gedenkstätte einzurichten, die der Bedeutung dieses Ortes gerecht wird – dafür habe ich mich gern eingesetzt.“

Landtagspräsidentin Andretta zeigt sich beeindruckt: „Die Gedenkstätte Ahlem ist ein sehr gutes Bespiel dafür, wie zeitgemäße Erinnerungsarbeit aussehen kann. Mit dem Vorantreiben des Projektes hat sich die Region ihrer Verantwortung gestellt und gleichzeitig einen Lernort geschaffen, an dem der jungen Generation Empathie und Wissen vermittelt und der Weg zu zivilgesellschaftlichem Engagement gezeigt wird.“

Der Austausch zwischen Regionspräsident Hauke Jagau und Landtagspräsidentin Gabrielle Andretta greift im Laufe des Besuches immer wieder Eindrücke von persönliche Begegnungen mit Überlebenden des Holocaust und deren Angehörigen auf. Beide sind sich einig: „Das Trauma endet nicht. Es prägt Familien über Generationen. Daher kann auch das Erinnern nicht enden.“

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