Ausstellungseröffnung "75 Jahre Grenzdurchgangslager Friedland"

Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta spricht ein Grußwort bei der Ausstellungseröffnungung
Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta spricht ein Grußwort bei der Ausstellungseröffnung. (© Lea Schunk/Nds. Landtag)

Ein halbes Jahr lang fanden im Niedersächsischen Landtag Corona-bedingt keine kulturellen Veranstaltungen statt. Am 8. September wurde das Veranstaltungsprogramm nun vorsichtig wieder aufgenommen – unter strikter Einhaltung der unabdingbaren Schutzvorkehrungen und mit reduzierter Teilnehmendenzahl.

Rund 50 Personen finden nach den geltenden Abstandsregeln in der Portikushalle Platz und die Nachfrage nach den verfügbaren Plätzen war groß. Landtagspräsidentin Dr. Andretta freute sich über das große Interesse an der Eröffnung der Ausstellung, das die Bedeutung des Grenzdurchgangslagers widerspiegelt: „Die Corona-Pandemie hat eine zentrale politische Herausforderung unserer Zeit in den Hintergrund treten lassen: die der Flucht und Migration. Auch in diesen Tagen treffen in Friedland Asylsuchende, jüdische Zuwanderinnen und Zuwanderer, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler ein, mit der Hoffnung auf ein neues, ein sichereres, ein besseres Leben. Wie für die Generationen zuvor ist für sie Friedland ein Hoffnungsort, der Freiheit und Humanität verspricht. Sie sind zuversichtlich, dass sie wie mehr als vier Millionen vor ihnen, Aufnahme finden, ein neues Zuhause in Deutschland.“

Minister Björn Thümler betonte die Bedeutung des Grenzdurchgangslagers und des angeschlossenen Museums: „Die 75-jährige beeindruckende Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland zeigt, wie wichtig bis heute die Themen Aufnahme und Hilfe für Menschen auf der Flucht sind. Das Museum Friedland dokumentiert diese Geschichte nicht nur, sondern macht sie zu einem erlebbaren Lernort für Migration und Integration. Das zeigt auch diese Ausstellung, die weitgehend aus Fotografien des Museums erstellt wurde.“

Verlust, Flucht, Neubeginn - Die Ausstellung „75 Jahre Grenzdurchgangslager Friedland“ zeigt großformatige Fotos, darunter viele bisher unveröffentlichte Bilder und vermittelt Eindrücke aus siebeneinhalb Jahrzehnten Alltagsleben in der Einrichtung. Die Ausstellungsmacher beleuchten Einzelschicksale genauso, wie sie abstrakte Fluchtbewegungen sichtbar machen.

Die Ausstellung ist vom 9. bis 21. September 2020 (montags bis sonntags von 9:00 bis 20:00 Uhr) im Foyer des Niedersächsischen Landtages für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Über das Museum Friedland:

Das als außerschulischer Lernstandort anerkannte Museum Friedland wurde 2016 in direkter Nachbarschaft zum Grenzdurchgangslager Friedland eröffnet. Es erforscht, sichert, präsentiert und vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Grenzdurchgangslagers. Wechselausstellungen lenken in historischer und gegenwartsorientierter Perspektive zudem den Blick auf die vielschichtigen Prozesse von Abschied, Ankunft und Neubeginn im Allgemeinen sowie von Migrationspolitik, gesellschaftlicher Teilhabe, Grenzen, Identitäten und Zugehörigkeiten, Kriegsfolgen, Menschenrechten und Asyl im Speziellen.

Interview mit der wissenschaftlichen Leiterin Dr. Anna Haut