Rhetorisches Ringen

 "Auf schwierige Fragen gibt es keine einfachen Antworten", betonte Vizelandtagspräsidentin Meta Janssen-Kucz gleich zu Beginn. In Zeiten von bewussten Falschmeldungen und Populismus setze "Jugend debattiert" ein bewusstes, starkes Gegensignal. Zur Landesqualifikation sowie dem anschließenden Landesfinale des Rhetorikwettbewerbs konnte die Vizepräsidentin des Landtages mehr als 140 Schülerinnen und Schüler aus ganz Niedersachsen im Forum des Landtages begrüßen. Hinzu kamen diverse Unterstützerinnen und Unterstützter sowie Lehrkräfte, die das rhetorische Ringen, das bereits auf Schulebene beginnt, vorbereiten und begleiten.

Landtagsvizepräsidentin Meta Janssen-Kucz begrüßte die Teilnehmenden
Landtagsvizepräsidentin Meta Janssen-Kucz begrüßte die Teilnehmenden
Gebanntes Zuhören im Publikum
Gebanntes Zuhören im Publikum

Das Programm "Jugend debattiert" unterstreiche die Möglichkeit, dass sich die junge Generation dafür einsetzen könne, wie künftig Meinungsbildung stattfinden solle - objektiv, fair und ergebnisoffen. Gemeinsam mit dem Kultusministerium sowie der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung unterstützt der Landtag Jahr für Jahr das umfassende Programm. "Die Demokratie braucht Bürgerinnen und Bürger, die mitdenken und kritisch sind, die Mut haben und wachsam sind", konstatierte Ute Wormland, Referatsleiterin im Kultusministerium, und verwies darauf, dass die Debattenfähigkeit Ursprung aller demokratischen Verfahren sei. Somit sei der Wert von Formaten wie "Jugend debattiert" immens.

"Niedersachsen setzt jedes Jahr wieder Maßstäbe", wusste Ansgar Kemmann, Leiter von "Jugend debattiert" bei der Hertie-Stiftung, zu berichten. Traditionsgemäß läutet das Landesfinale in der niedersächsischen Hauptstadt die Finalsaison in ganz Deutschland ein. Alle Landessiegerinnen und Landessieger treten schließlich in Berlin zum Bundesentscheid an.

Finalistinnen und Finalisten der Sekundarstufe I
Finalistinnen und Finalisten der Sekundarstufe I
Finalistinnen und Finalisten der Sekundarstufe II
Finalistinnen und Finalisten der Sekundarstufe II

In zwei beeindruckenden Landesfinals - für die Sekundarstufe I sowie die Sekundarstufe II - traten die jeweils besten vier der Landesqualifikation gegeneinander an. Die jüngeren Teilnehmenden diskutierten, ob es sinnvoll erscheine, ein Umwelt-Pfand auf Tablets und Handys zu erheben. Die Altersstufe II ging der Frage nach, ob das Tragen von religiösen Symbolen und Kleidungsstücken in deutschen Schulen grundsätzlich verboten werden solle. Die Jury - unter anderem Abgeordnete aller Fraktionen - bewertete die Finalteilnehmenden.

 

Die Bewertungen führten zu folgenden Ergebnissen:

 Sekundarstufte I

  1. Platz: Mohammed El-Zein, Herzog-Ernst-Gymnasium Uelzen

  2. Platz: Anna Tonagel, Max-Planck-Gymnasium Delmenhorst

  3. Platz: Elena Tappe, Greselius-Gymnasium Bramsche

  4. Platz: Amrei Gerdes, Henriette-Breymann-Gesamtschule Wolfenbüttel

Sekundarstufe II

     1.  Platz: Tim Süße, Gymnasium am Kattenberge Buchholz

     2.  Platz: Ronja Steiner, Elsa-Brändström-Schule Hannove

     3.  Platz: Jasmin Safar, Gymnasium Großburgwedel

     4.  Platz:  Moritz Brandt, Gymnasium Nordhorn

Für die jeweils Erstplatzierten geht es nun nach Berlin. Aber das erreichte Ergebnis stehe ohnehin nicht im Vordergrund, betonte beispielsweise Finalistin Elena Tappe: "Hier im Landtag zu stehen und debattieren zu können, war bereits eine Erfahrung für sich."