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Readspeaker Symbol Pressemitteilung 288/2016 vom 27.04.2016

Landtagspräsident fordert intensive und vertiefte Gedenkstättenarbeit

Busemann: „Lehren aus der Vergangenheit nicht leichtfertig übersehen“

Hannover/Bergen-Belsen: Für eine bessere Förderung der Bildungsarbeit in der Gedenkstätte Bergen-Belsen hat sich der Präsident des Niedersächsischen Landtages Bernd Busemann heute (27.04.2016) bei einem Besuch vor Ort ausgesprochen. „Dabei sollte es vor allem darum gehen, Möglichkeiten zur intensiven und vertieften Beschäftigung mit der menschenverachtenden Ideologie, ihren Voraussetzungen und Folgen zu schaffen, welche die NS-Verbrechen und Todeslager wie Bergen-Belsen ermöglicht haben“, sagte der Landtagspräsident. Er sei geradezu entsetzt darüber, wie in jüngster Zeit zunächst schleichend, jetzt immer leichtfertiger, die Lehren aus der Vergangenheit als Mahnung für die heutige jüngere Generation an Bedeutung verlören und übersehen würden. Weniger die Besucherzahlen als die qualitative, auch mehrtägige Beschäftigung mit verschiedenen ausgewählten Themenkomplexen seien hier ein gangbarer Weg.

Bernd Busemann, der in seiner Amtszeit als Kultusminister von 2003 bis 2008 maßgeblich an der Gründung der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten sowie am Aufbau des Dokumentationszentrums und den weiteren Planungen für die Gestaltung der Gedenkstätte Bergen-Belsen beteiligt war, hatte sich zuvor bei einem gemeinsamen Rundgang mit dem Geschäftsführer der Stiftung Dr. Jens-Christian Wagner einen Überblick über den Stand der Umsetzung des 2006 entstandenen Masterplans gemacht. Sein besonderes Augenmerk galt dabei der Gestaltung der Außenanlagen. „Bei einer Fläche von rund 150 Hektar mit zwar wenigen, aber doch vorhandenen Relikten des Konzentrationslagers, die immer wieder instand gehalten und saniert werden müssten, sei mit den vorhandenen Mitteln eine stetige und intensive Landschaftspflege nur bedingt zu schaffen, erläuterte Stiftungs-geschäftsführer Dr. Wagner. Insgesamt sei es jedoch gut gelungen, das im Masterplan vorgesehene Besucherleitsystem zu installieren und die Topographie des Lagers in der Landschaft sichtbar zu machen.

Angetan zeigte sich Landtagspräsident Busemann von den Plänen, Teile der Kaserne Bergen-Hohne in die Gedenkstättenarbeit einzubeziehen und für die Bildungsarbeit zu nutzen. „Einige sehr gut erhaltene, denkmalgeschützte Gebäude eignen sich sehr gut für Seminare und Tagungen. Die erhaltenen Mannschaftsgebäude und die Kommandantur haben eine eigene Geschichte zuerst als Kriegsgefangenenlager, dann als Konzentrationslager und schließlich als Displaced Persons Camp nach der Befreiung. Von hier ist mit der Selbstverwaltung der Überlebenden ein wichtiges Signal für ein neues jüdisches Leben ausgegangen“, betonte Bernd Busemann. Diesen Plänen habe auch der Stiftungsrat bereits seine Zustimmung signalisiert, bestätigte Dr. Jens-Christian Wagner.

„Die Arbeit der niedersächsischen Gedenkstätten, insbesondere in Bergen-Belsen wird von allen Fraktionen des Niedersächsischen Landtags als außerordentlich wichtig geschätzt und wohlwollend begleitet“, stellte der Landtagspräsident fest. Deshalb gehe er auch davon aus, dass die nötigen Mittel und das erforderliche Personal bereitgestellt würden.


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