Björn Försterling

Schulpolitischer Sprecher der FDP

Wann und warum haben Sie sich dazu entschieden, politisch aktiv zu werden?

„Meine Eltern waren beide in der SPD. Und ich stand schon mit vier Jahren am SPD-Infostand. Ich habe mich schon immer für Politik interessiert. Im Alter von 15 habe ich mir dann meine eigenen Gedanken gemacht und mich mit den Parteiprogrammen auseinandergesetzt. Und dann bin ich zu einer FDP-Veranstaltung gegangen, da waren sie sehr offen und aufgeschlossen und haben mich sofort mit aufgenommen. An meinem 16. Geburtstag bin ich direkt Mitglied geworden. Dann hat eins das andere ergeben. Lange Jahre war Politik mein Hobby. 2008 hat es dann funktioniert, das Hobby zum Beruf zu machen.“

Welche Bedeutung hat Landespolitik für Schulen und Bildung?

„Aus meiner Sicht ist die Schul- und Bildungspolitik das wichtigste landespolitische Thema. Wir haben hier zu 99 Prozent die alleinige Verantwortung und deswegen ist die Landespolitik auch maßgebend für die Schulen. Aus meiner Sicht hat das den Vorteil, dass wir Landespolitiker die Möglichkeit haben näher dran zu sein an den Schulen, den Schülern, den Lehrkräften und den Eltern. Oft können wir die Rahmenbedingungen auch verbessern, selbst wenn noch viele Wünsche offen sind.“
 

Was sind Ihre Aufgaben als schulpolitischer Sprecher?

„Die schulpolitischen Sprecher sollten nicht darüber befinden, was guter oder schlechter Unterricht ist. Sondern eigentlich geht’s darum, dass wir uns mit der Frage auseinandersetzen, welche Rahmenbedingungen Schule braucht, um gut arbeiten zu können und das Beste für die Schüler zu erreichen. Und um zu wissen, was los ist, bin ich wahnsinnig viel im Land unterwegs und besuche zahlreiche Schulen. Man kann zwar in Hannover sitzen und das alles vom grünen Tisch aus entscheiden. Aber man muss auch wissen, was in den Schulen los ist, um die richtigen Maßnahmen zu treffen.“

Portrait von Björn Försterling, FDP
"Im Alter von 15 habe ich mich mit den Parteiprogrammen auseinandergesetzt."

Wie genau setzen Sie sich für Kinder und Jugendliche ein?

„Ein großes Problem ist immer wieder die Frage der Schulsozialarbeit. Also: An wen können sich Schüler wenden, wenn sie im privaten Bereich Probleme haben, die so erdrückend sind, dass sie nicht gezielt lernen können. Damit sind oftmals auch Lehrer überfordert, weil sie dafür nicht ausgebildet worden sind. Alle Schulen sagen mittlerweile ‚wir brauchen mehr Schulsozialarbeit’. Wenn man das an verschiedenen Orten hört, dann nimmt man das mit nach Hannover. Aktuell treibt mich aber auch die Frage der Chancengerechtigkeit um. Haben Kinder, die hungrig im Unterricht sitzen eigentlich die gleichen Chancen wie Kinder die voll umsorgt sind von ihren Eltern? Ich glaube nicht. “

Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrer Arbeit als schulpolitischer Sprecher?

„Erstens der Kontakt zu den Schulen und die häufigen Besuche von Schulen. Nicht nur Schüler lernen in der Schule, sondern auch Schulpolitiker.“
 

Was sind Ihrer Erfahrung nach die wichtigsten Themen, Sorgen und Wünsche der Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen?

„Das Wichtigste ist, glaube ich, festzustellen: Die Schüler in Niedersachsen wollen lernen. Sie wollen, das merke ich immer wieder, richtig gut vorbereitet ins Studium oder die Berufsausbildung gehen. Und viele Schüler hätten gerne Sicherheit, dass sie einen Ausbildungsplatz oder einen Studienplatz bekommen. Damit sie dann später auch ein gutes Leben führen können.“
 

Wie können junge Menschen ihre Schulzeit selbst politisch mitgestalten?

„Indem sie sich engagieren, in der Schülervertretung, im Schulvorstand, im Stadtschülerrat, im Kreisschülerrat oder im Landesschülerrat. Hier wird man gehört und kann Entscheidungen mitgestalten. Aber natürlich auch über die Arbeit in den politischen Jugendorganisationen, was ab dem 14. Lebensjahr möglich ist oder auch in den politischen Parteien selbst ab dem 16. Lebensjahr.“
 

Und wenn Sie an Ihre Schulzeit zurückdenken: Woran erinnern Sie sich besonders gerne?

„Das ist eine gute Frage. Ich muss zugeben, ich bin tatsächlich gerne zur Schule gegangen, natürlich nicht an jedem Tag, aber an sehr vielen. Besonders gerne erinnere ich mich aber an politische Auseinandersetzungen. Wir haben viel politisch diskutiert. Mein bester Schulfreund war damals in der Schüler Union und in der Jungen Union aktiv. Ein Mitabiturient von uns, Victor Perli, saß einige Jahre mit mir gemeinsam im Landtag und sitzt heute für die Linken im Deutschen Bundestag. Jan-Philipp Albrecht, ehemaliger Europaabgeordneter der Grünen und heute Landesminister in Schleswig-Holstein, hat ein Jahr nach uns Abitur gemacht. Es gab also genügend Diskussionsstoff.“

 

Björn Försterling, FDP
„Aus meiner Sicht ist die Schul- und Bildungspolitik das wichtigste landespolitische Thema.“ (© Björn Försterling, FDP)

Mitglied des Landtages
seit 2018

Geboren am
23. Juli 1982

Beruf
Steuerinspektor a.D.