Lars Alt

Jugendpolitischer Sprecher der FDP

Wann und warum haben Sie sich dazu entschieden, politisch aktiv zu werden?

„Politik ist meine große Leidenschaft. Ich bin als junger Schüler Mitglied bei den Jungen Liberalen und in der FDP geworden. Ich bin mit dem politischen Jugendverband der Freien Demokraten gewachsen und erwachsen geworden. Diese gemeinsame Zeit mit vielen politischen Talenten meiner Generation hat mich sehr geprägt. Ich wollte schon immer etwas gestalten und nicht allein sein damit. “

Was macht ein jugendpolitischer Sprecher eigentlich?

„Ich beziehe als jugendpolitischer Sprecher Position für die Themen junger Menschen, die aus meiner Sicht in unseren Parlamenten deutlich unterrepräsentiert sind. Viele Zukunftsentscheidungen, beispielsweise in der Bildungs- oder Umweltpolitik, werden von Politikern getroffen, die von ihren eigenen Beschlüssen gar nicht mehr betroffen sind. Als junger Politiker fordere ich für unsere Generation im Parlament ein, über unsere eigene Zukunft selbst bestimmen zu dürfen.“

Portrait von Lars Alt, FDP
Portrait von Lars Alt, FDP (© Lars Alt, FDP)

Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrer Arbeit als jugendpolitischer Sprecher?

„Schauen wir auf die pakistanische Bildungsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Malala, auf Fridays for Future oder die ONE-JugendbotschafterInnen: Es sind häufig junge Menschen, die etwas in Bewegung setzen. Bei jungen Menschen verbindet sich ein moralischer Kompass mit dem Willen, etwas zu verändern. Die politische Arbeit mit den jungen Menschen meiner Generation motiviert mich jeden Tag und sie findet auch konkreten Eingang in meine parlamentarische Arbeit.“

Inwiefern ist Landespolitik für junge Menschen wichtig?

„Landespolitik begleitet junge Menschen von Kindesbeinen an. Der Betreuungsschlüssel in Kindertagesstätten, die erste Erfahrung mit staatlicher Bildung in der Grundschule. Ermutigende und aufmerksame Lehrkräfte in der weiterführenden Schule sowie eine attraktive Ausbildungs- und Hochschullandschaft. In all diesen Bereichen trägt die Landespolitik für die Entwicklung junger Menschen und ihren Einstieg ins Erwachsenenleben Verantwortung. Das macht sie enorm wichtig.“

 

Welche Themen sind für Jugendliche besonders interessant?

„Ich nehme wahr, dass bei den Millennials und der Generation Z vor allem die Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Generationengerechtigkeit im Fokus stehen. Unsere Generation weiß unser politisches und wirtschaftliches System zu schätzen. Aber wir sehen gleichzeitig die Notwendigkeit für einen umfassenden Klimaschutz und für eine Digitalisierungsagenda, die unsere Art zu leben und unsere Art zu wirtschaften neu denkt.“

 

Welche Möglichkeiten gibt es, Politik für junge Menschen spannend zu gestalten? Welche Rolle spielen soziale Medien dabei?

„Parteien und Parlamente müssen stärker auf die Bedürfnisse junger Menschen eingehen. Politische Veranstaltungen sollten an modernen Orten stattfinden und um digitale Formate mit relevanten gesellschaftlichen Akteuren ergänzt werden. Junge Menschen fangen vielleicht eher Feuer bei einem Instagram-Live als bei einem Ortsparteitag. Aber ich nehme wahr, dass die Parlamente und Parteien diese Baustelle erkannt haben.“

 

Politischer Einsatz kann ganz unterschiedlich aussehen – die Arbeit in einer Partei ist nur ein Beispiel. Welche Möglichkeiten gibt es für Jugendliche noch, selbst politisch aktiv zu werden?

„In einigen niedersächsischen Kommunen gibt es die Möglichkeit ohne parteipolitisches Engagement in Jugendparlamenten aktiv zu werden. Nicht zu vergessen sind ehrenamtliche Tätigkeiten wie Essensausgaben der städtischen Obdachlosenhilfe, Sprachkurse in Geflüchtetenunterkünften oder das Engagement in zeitlich befristeten politischen Projekten. Auch Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International halten in vielen Städten eine Jugendgruppe vor.“

 

In Niedersachsen wird in der Regel alle fünf Jahre neu gewählt. Viele Themen sind aber auch noch lange nach der nächsten Wahl wichtig. Wie versuchen Sie, politische Lösungen für die Zukunft umzusetzen?

„Politik muss in Generationen und nicht in Wahlperioden denken. Gerade unter jungen Politikern pflegen wir parteiübergreifende Netzwerke, die es zulassen auch einmal unabhängig von Parteipolitik Zukunftsprojekte anzustoßen. Dieser vertrauensvolle Austausch zwischen den demokratischen Parteien ist mir wichtig. Bei allen Unterschieden zwischen den Parteien sind Kompromisse der Kleister der Demokratie.“

 

Und zu guter Letzt noch eine persönliche Frage: Welchen Film oder welche Serie können Sie empfehlen?

„Ich bin ein großer Fan von Programmkinos. Am liebsten schaue ich Dramen. Und Grey’s Anatomy kann ich empfehlen, da wissen die Ärztinnen und Ärzte auch nicht wie ihr nächster Tag ausschaut. Fast wie in der Politik.“

Mitglied des Landtages
seit 2020

Geboren am
5. August 1991

Beruf
Politikwissenschaftler

Familie
ledig

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