Harm Rykena (AfD): "Junge Menschen suchen nach Halt und Orientierung."

Wann und warum sind Sie in die Politik gegangen?

"Ich wäre beinahe Nichtwähler geworden." (© Harm Rykena, AfD)

Vor ein einigen Jahren wuchs bei mir mehr und mehr die Unzufriedenheit mit dem Angebot der in den Parlamenten vertretenen Parteien. So wäre ich beinahe Nichtwähler geworden. Doch dann wurde 2013 meine jetzige Partei gegründet, in die ich kurz danach als einer der ersten hoffnungsfroh eintrat. Als Konrektor einer Grundschule war für mich dabei die Unzufriedenheit mit der Schulpolitik ein entscheidender Faktor.

Was macht ein schulpolitischer Sprecher eigentlich?

Als schulpolitischer Sprecher vertrete ich die Positionen der AfD im Bereich Schule. Wir setzen uns für ein parteipolitisch neutrales, leistungsunterscheidendes und -orientiertes Schulwesen ein, um allen Schülern ein hohes Bildungsniveau zu ermöglichen. Wir streben eine Stärkung der Selbstverwaltungsrechte von Schulen und einen gerechten Wettbewerb an.

Wichtig ist die Arbeit in den Ausschüssen des Landtages und der Partei. Im Kultusausschuss setze ich mich mit den Vorschlägen der Konkurrenzparteien auseinander und bringe unsere Ideen ein, die im parteiinternen Fachausschuss erarbeitet wurden.

Wie genau setzen Sie sich für Kinder und Jugendliche ein?

Bevor ich Landtagsabgeordneter wurde, war ich 17 Jahre als Konrektor einer Grundschule und über 40 Jahre ehrenamtlich als Faustballtrainer vor allem im Jugendbereich tätig. Aufgrund der politischen Tätigkeit, kann ich diesem Ehrenamt leider nicht mehr nachkommen. Die Erfahrungen jedoch prägen meine Arbeit als Politiker und ich hoffe damit Positives für die Kinder und Jugendlichen zu bewirken. Da die anderen Parteien nicht mit uns zusammenarbeiten wollen, sehen wir unsere Rolle in der öffentlichen Aufklärung von Missständen. Hier stehen uns Instrumente wie Anfragen, Anträge oder Gesetzeseinbringungen zur Verfügung.

Was sind die wichtigsten Themen, Sorgen und Wünsche der Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen?

Die größte Sorge ist, dass Schule ihrer Kernaufgabe nicht mehr nachkommt und sich negativ auf ihre Zukunft auswirkt. Unser Schulsystem vermittelt ein immer geringeres Maß an Bildung. Noch schlimmer ist, dass sie keine deutsche Leitkultur mehr vermittelt. Junge Menschen suchen nach Halt und Orientierung, besonders wenn vieles im Elternhaus nicht mehr vermittelt wird. Deshalb betonen wir die Notwendigkeit patriotischer Anteile in Erziehung und Bildung. Nur wer ein grundsätzlich positives Bild Deutschlands, seiner Werte und Geschichte hat, wird sich für die Gemeinschaft einsetzen und integrieren.

Was raten Sie Jugendlichen, die sich schulpolitisch engagieren wollen?

Bevor sie sich engagieren, rate ich ihnen, das gegenwärtige System kritisch zu hinterfragen und zu analysieren. Dann finden sie nämlich heraus, dass vieles, was erzählt oder gelehrt wird, so nicht stimmt. Deshalb ist es wichtig, sich aus verschiedenen Quellen zu informieren, auch indem man hinhört, was der vermeintliche Gegner zu sagen hat. Jeder, der heutzutage Kritik äußert, muss damit rechnen, ausgegrenzt zu werden. Politisches Engagement heißt für mich, sich für das Gemeinwohl einzusetzen und dies bedeutet auch Opferbereitschaft. Das ist nun mal die Realität.