Stefan Politze (SPD): "Vor allen Dingen ist mir wichtig, mit den Menschen im Gespräch zu sein."

Wann und warum sind Sie in die Politik gegangen?

"Ich bin schon sehr früh immer wieder mit Politik in Berührung gekommen." (© Stefan Politze, SPD)

„Ich komme aus einem politischen Elternhaus, in dem beide Eltern in der Kommunalpolitik aktiv waren. So bin ich schon sehr früh immer wieder mit Politik in Berührung gekommen und als sehr junger Mensch in die SPD eingetreten, wo ich dann in der Jugendorganisation (JUSOS) mitgearbeitet habe. 1986 bin ich als damals jüngstes kommunalpolitisches Mitglied in Hannover in einen Bezirksrat gewählt worden. Ab 2001 bin ich dann in die Ratspolitik gewechselt und habe mir irgendwann die Frage gestellt, ob ich mein Hobby nicht zum Beruf machen will. So habe ich mich 2007 entschieden, für den Landtag zu kandidieren. Und das hat dann auch geklappt.“

Was macht ein schulpolitischer Sprecher eigentlich?

"Wir befassen uns mit allen schulpolitischen Themen, die im Land diskutiert werden" (© Stefan Politze, SPD)

„Wir befassen uns mit allen schulpolitischen Themen, die im Land diskutiert werden: Von Kinderrechten in der Verfassung über frühkindliche Bildung, Ganztagsschule, bis hin zum Abitur. Vor allen Dingen ist mir wichtig, mit den Menschen im Gespräch zu sein. Mir ist wichtig, mit den Praktikern draußen über das zu sprechen, was wir als Politik auf den Weg gebracht haben und damit die Praxistauglichkeit zu testen.“

Wie genau setzen Sie sich für Kinder und Jugendliche ein?

„Was wir sehr intensiv diskutieren gerade mit jungen Menschen ist die Frage der Schulverfassung. Da ist ja die Forderung groß, dass es eine Drittel-Parität im Schulvorstand gibt, weil die Schülerinnen und Schüler sagen: ‚Wir wollen gleiches Recht haben wie die Erwachsenen’. Und diese Frage diskutieren wir mit Jugendorganisationen der Parteien, aber auch mit dem Landesschülerrat, mit dem ich mich regelmäßig treffe, wie auch mit anderen Bildungsverbänden. Ich finde, dass gerade der Landesschülerrat ein ganz wichtiger Gradmesser für uns ist, der uns zeigt, was in den Schulen und bei den Schülerinnen und Schülern los ist.“

Was sind die wichtigsten Themen, Sorgen und Wünsche junger Menschen in Niedersachsen?

"Jeder Schüler soll sich gemäß seinen Neigungen entwickeln können." (© Stefan Politze, SPD)

„Was ich von den Schülern mitnehme ist, dass sie ein durchgängiges Bildungssystem haben wollen. Jeder Schüler soll sich gemäß seinen Neigungen entwickeln können. Sie wollen kein Aussortieren, sondern sie wollen ein Mitnehmen haben. Die Wege zur Schule, Gebührenfreiheit bei der Schülerbeförderung bis zur 13. Klasse und kostenfreie Ausbildung auch in den sozialen Berufen sind wichtige Themen. Ich finde, wir als Politik müssen die Voraussetzungen dafür schaffen. Das ist ein Auftrag, den wir haben von dieser jüngeren Generation.“

Was raten Sie Jugendlichen, die sich politisch engagieren wollen?

„Guckt einfach mal im Internet bei den Jugendorganisationen, und zwar bei allen Jugendorganisationen, die es gibt. Seht Euch die Ziele und Mitwirkungsmöglichkeiten in den Parteien an. Schaut überall mal rein, um zu gucken, was eurer Neigung entspricht. Und dann geht da mal hin und macht mal mit. Dann empfehle ich auch, dass man einfach mal in ein Rathaus geht und sich eine Ratssitzung anschaut, um zu sehen: ‚Mensch, die entscheiden ja über mein Jugendzentrum vor Ort, die entscheiden ja darüber, ob ein Spielplatz eingerichtet wird. Das hat Auswirkungen auf mein tägliches Leben. Und schließlich, kommt in den Landtag und besucht Eure Abgeordneten und diskutiert mit ihnen über die Themen, die Euch interessieren.“