Wie erinnern wir in Zukunft?

Leere Rituale? Nein - mitmachen!

Jugendliche aus ganz Niedersachsen waren mit dabei (© Landtag Niedersachsen)

Wie können wir in Zukunft an den Holocaust erinnern? Mit Fragen wie diesen im Kopf kamen Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Niedersachsen am 21. Januar 2019 in den Landtag. Sie hatten in ihren Schulen oder Gedenkstätten bereits an einem Erinnerungsprojekt teilgenommen. Im Landtag entwickelten sie Ideen, wie die Erinnerungskultur der Zukunft aussehen könnte: Sie wünschten sich vor allem mehr multimediale Angebote und Projekte zum Mitmachen. Zudem ist ihnen der Gegenwartsbezug in der Gedenkstättenarbeit und im Schulunterricht sehr wichtig.

In Arbeitsgruppen diskutierten die Jugendlichen über neue Wege (© Landtag Niedersachsen)
Die vielen guten Ideen wurden zusammengetragen (© Landtag Niedersachsen)
Wie zentral das Erinnern für die Gegenwart sei, betonte ebenso Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta: „Auch heute begegnen uns wieder offen Antisemitismus, Ausgrenzungen und Fremdenfeindlichkeit. Das muss uns umtreiben, wir dürfen nicht tatenlos zusehen – das hat uns unsere Geschichte gelehrt. Umso wichtiger ist es, Zivilcourage zu entwickeln.“ Der Landtag wolle mit der Veranstaltung einen Beitrag dazu leisten.

Fazit

Eine der zentralen Fragen: Wie geht es weiter, wenn uns keine Zeitzeugen mehr zur Verfügung stehen? (© Landtag Niedersachsen)
Professor Dr. Dietmar von Reeken, Geschichtsdidaktiker der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, fasste zusammen: „Die zentrale Botschaft ist aus meiner Sicht, dass Vielfalt statt Einfalt gelebt wird. Dass die Perspektive der Jugendlichen ernst genommen wird. Und der Rahmen stimmen muss – also Zeit und Personal in den Gedenkstätten vorhanden sein muss.“

Landtagspräsidentin Dr. Andretta zeigte sich von den Vorschlägen der Arbeitsgruppen beeindruckt: „Die Ideen und Hinweise der Schülerinnen und Schüler sind sehr wertvoll für die Abgeordneten des Landtages. Wir sollten uns mit ihren Anregungen auseinandersetzen und sie aufgreifen. Mir ist es daher ein großes Anliegen, dass der Dialog mit den Jugendlichen fortgeführt wird.“

Nicht nur Landtagspräsidentin Dr. Andretta zeigte sich von den Vorschlägen der Arbeitsgruppen beeindruckt (© Landtag Niedersachsen)
Viele Gedenkstätten und Schulen waren vertreten und profitierten von dem Austausch (© Landtag Niedersachsen)

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