Neugestaltung des Plenarsaalbereiches

leerer Plenarsaal: Blick von der Pressetribüne

Ein Plenarsaal für alle

Plenarsaalgebäude mit Platz der Göttinger Sieben im Juli 2017
Die Anforderungen an den neuen Plenarsaal waren komplex - viele Interessen mussten in Einklang gebracht werden. (© Tom Figiel)
Aufbauten für die Klimatechnik im Plenarsaal
Eine ausgeklügelte Bodenkonstruktion birgt Lüftung und Technik und schafft eine große Variabilität hinsichtich der Anordnung der Abgeordnetentische. (© Tom Figiel)

Baut man ein Haus, braucht es starke Nerven. Baut man einen Plenarsaal, braucht es ungleich mehr Geld, Geduld, Know-how und Fingerspitzengefühl. Weit über die Anforderungen der Versammlungs- und Arbeitsstättenverordnung hinaus ist dann jede Entscheidung das Ergebnis intensiver Abwägungen, ist jeder konstruktive Kompromiss die Verknüpfung mitunter gegensätzlicher Interessen.

Den Denkmal- und Urheberrechtschutz gewährleisten, zukunftsfeste Arbeitsbedingungen schaffen und zugleich den Kostenrahmen halten. Architektonisch das große Ganze steuern und beim Thema Inklusion den Blick für die besonderen Anforderungen weiten. Demokratie ästhetisch erlebbar machen, als offenes Haus Signale setzen und nicht zuletzt ein Höchstmaß an Sicherheit erzielen: Die Anforderungen waren komplex, die Bürgerbeteiligung war hoch. Vielfältigste Argumente wurden frühzeitig gehört und diskutiert. Die Baukommission strukturierte den prozessbegleitenden Interessenausgleich.

Der so entstandene Plenarsaal fasst bis zu 160 Abgeordnete und 260 Besucherinnen und Besucher. Die Stirnseite ist mit Sichtbezug zur Stadt ausgerichtet. Parlamentarierinnen und Parlamentarier, Gäste sowie Pressevertreterinnen und Pressevertreter blicken durch die großen vertikalen Fensterflächen über den Platz der Göttinger Sieben.

Die im Halbrund angeordnete, leicht aufsteigende Bestuhlung lässt sich flexibel verschieben und zügig an neue Fraktionszuschnitte anpassen. Bis zu 193 Plenarsaaltische sind installierbar, ergonomisch ausgeführt und aus eimem schlag- und kratzfesten Verbundstoff gefertigt. Daneben optimiert modernste Technik die Arbeitsbedingungen. Ob Belüftung, Beleuchtung, Strom- oder Netzwerkkabel, Blendschutz im Fensterbereich oder Akustikelemente mit Schallabsorption: Vieles ist unsichtbar in Decke, Boden und Plenarsaaltische integriert.

Der Anspruch: Ästhetik und Funktionalität vereinen und die Menschen in den Mittelpunkt stellen. Eine angemehme Arbeitsatmosphäre entsteht dabei durch viel Licht, helle Farben und warme Holztöne. Dazu kommt die elegante Raumstruktur. Seitlich erheben sich als Referenz an den Oesterlen-Plenarsaal Riegel aus Nussbaumholz. Hier sind unterschiedlichste Funktionselemente ausgeschnitten, so zum Beispiel Sprecherkabinen für TV- und Radioübertragungen und Sitzlogen. Darüber schließen sich zwei konfortable Besuchertribünen an.

Zusätzlich ist im Plenarsaal rückwärtig eine separate Pressetribüne platziert. Ihre Ausführung gewährt Vertreterinnen und Vertretern der Presse freie Sicht vom ersten Oberschoss des Foyers auf das Sitzungsgeschehen. Eben wirklich ein Plenarsaal für alle. Gut durchdacht, gut einsehbar, gut zugänglich.

Meilensteine (13 Themen)

Plenarsaalgebäude nach Umbau - Plenarsaal, Empore

Tranzparenz

Demokratische Politik ist transparent und nachvollziehbar – ein Leitgedanke der baulichen Umgestaltung.

Plenarsaalgebäude nach Umbau - Plenarsaal, untere Lobby

Respektvolle Modernisierung

Diverse technische Anforderungen, reichhaltige Geschichte – das vereint der umgestaltete Plenarbereich.

Oktober 2016: Luftaufnahme vom Plenarsaalgebäude mit dem Leineschloss im Hintergrund

Sanierung der Bausubstanz

Urheberrecht und Denkmalschutz galt es zu beachten.

Dachaufbauten des im Umbau befindlichen Plenarsaals mit Klimazentrale: Aufnahme vom Februar 2016

Dachlaterne

Die Dachlaterne steckt heute voller technischer Infrastruktur.

Plenarsaalgebäude nach Umbau - Niedersachsentreppe

Niedersachsentreppe

Die Niedersachsentreppe wurde behutsam überarbeitet.

Plenarsaalgebäude nach Umbau - Plenarsaal, Niedersachsenross an der Präsidiumswand

Niedersachsenross

Einst aus Gips, nun aus Kunststoff: das Niedersachsenross.

Neuer Plenarsaal (ohne Menschen)

Der Plenarsaal

Variable Sitzungordnung: Bis zu 160 Parlamentsmitglieder finden Platz im neuen Plenarsaal.

Plenarsaalgebäude nach Umbau - Bodenmarkierungen, barrierefrei

Barrierefreiheit

Der neugestaltete Plenarbereich ist uneingeschränkt barrierefrei.

Oktober 2016: hier Einbau von Klima- und Lüftungstechnik

Energieeffizienz

Modernste Technik sorgt für Energieeffizienz – und Kostenreduktion.

Akustikpaneele

Raumakustik

Die Macht des Wortes gilt vor allem im Parlament, entsprechend ist der Plenarsaal ausgestattet.

Stühle im Leibniz-Saal

Lichtkonzept

Im Plenarsaal herrscht ununterbrochen Tageslichtqualität.

Besuchergruppe auf der Niedersachsentreppe

Öffentlichkeit

Der neue Plenarbereich bietet Raum und Gelegenheit für Begegnung und Austausch.

Blick durch das Bistro in den Plenarsaal

Stadtbezug

Die Herzkammer der Demokratie im Herzen der Landeshauptstadt.