Vom Ihr zum Wir

Ateliergemeinschaft bei Willi Helmes. (© Freundeskreis Luzie Uptmoor e. V.)

Ausstellung im Landtag

Die Gründung des Landes Niedersachsen im Jahre 1946 bedeutete nicht nur den Zusammenschluss von vier zuvor selbständigen Regionen, sondern auch die Versorgung von etwa 2 Millionen Menschen, die aus den Ost- und Siedlungsgebieten in den Westen geflohen waren oder dorthin vertrieben wurden. In Zeiten des Mangels, der West- wie Ostdeutsche gleichermaßen traf, war dies eine große Herausforderung. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Landes Niedersachsen wird in der Portikushalle des Landtages vom 26. Oktober bis 17. November 2021 die Ausstellung „Vom Ihr zum Wir“ gezeigt, die auf 14 Bannern und anhand ausgewählter Exponate den Beitrag der Flüchtlinge und Vertriebenen am Aufbau des Landes Niedersachsen dokumentiert.

Der Anfang in dem kriegszerstörten Land war schwer. Die Neubürgerinnen und Neubürger konkurrierten mit den Einheimischen um knappe Ressourcen, wie Wohnraum und Nahrung. Gleichzeitig halfen sie durch ihre Arbeitskraft, das Land wieder aufzubauen. Gerade in den Bereichen Wirtschaft und Kultur stellte der Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebene eine Bereicherung für das Land Niedersachsen dar. Religiöse Differenzen trugen schlussendlich zur gelebten Ökumene bei. Die Ankunft der Flüchtlinge und Vertriebenen lässt sich bis heute an vielen Straßennamen mit ostdeutschem Bezug und den neu entstandenen Flüchtlingssiedlungen ablesen.

Die Ausstellung entstand in dem vom Museumsverband für Niedersachsen und Bremen e. V. getragenen Projekt „Herkunft.Heimat.Heute“, das sich der nachhaltigen Sicherung der niedersächsischen Heimatsammlungen aus den historisch ostdeutschen Gebieten widmet. (https://www.mvnb.de/museumsverband/unsere-projekte/herkunft-heimat-heute/). Das Projekt wird durch Mittel des Landes Niedersachsen und aus § 96-Mitteln des Bundes finanziert. Projektpartner sind die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Editha Westmann (MdL), und das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg.

Die Ausstellung ist von Montag bis Sonntag von 09:00 Uhr bis 20:00 Uhr in der Portikushalle des Landtags zu sehen. Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit vertiefenden Beiträgen erschienen.

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