Navigation

Service-Navigation

Suche


Inhaltsbereich

Readspeaker Symbol Pressemitteilung 0/2008 vom 06.11.2008

Landtagsumbau und -sanierung

Informationen zum Pressegespräch von Landtagspräsident Hermann Dinkla am 6. November 2008

Sanierungsmaßnahmen

In den letzten Monaten wurde eine detaillierte Bestandsaufnahme der Baumängel und der Schäden am vorhandenen Gebäudebestand vorgenommen. Das Ergebnis bestätigt die hohe Dringlichkeit für die Umsetzung umfangreicher und auch kostenaufwändiger Maßnahmen, die nicht nur das Hauptgebäude, sondern auch das Erweiterungsgebäude umfassen.

Diese Maßnahmen erstrecken sich dabei zum Beispiel über die Sanierung der Hofflächen wegen schwerer Wasserschäden im Untergeschoss bis hin zum Austausch der Fenster im Kammerflügel und im Hauptgebäude. Wärmedämmarbeiten und Energiesparmaßnahmen werden dabei berücksichtigt. Zu dem Maßnahmenpaket gehören weiter unter anderem die Sanierung der Elektroanlagen und Versorgungsleitungen, die Sanierung der Aufzüge sowie die Erneuerung abgängiger Bodenbeläge einschließlich der Malerarbeiten. Dabei ist es bei der Erneuerung der Fenster in den historischen Gebäudebereichen aus Gründen des Denkmalschutzes vorgegeben, geteilte Holzfenster einzubauen. Aus energetischer Sicht soll eine hochwertige Isolierverglasung Verwendung finden.

Da die Umsetzung der Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen in einem engen Zusammenhang mit dem bevorstehenden Umbau oder Neubau des Plenarsaals steht, soll mit diesen Maßnahmen so bald wie möglich, d.h. in den nächsten Monaten begonnen werden. Eine Parallelabwicklung der Sanierung im Bestand und der „großen Baumaßnahme“ in den Jahren 2011 – 2012 würde bedeuten, dass sich die Baumaßnahmen auf den „Gesamtkomplex Landtag“ erstrecken. Wegen der damit verbundenen Erschwernisse für den Parlamentsbetrieb sollen diese Maßnahmen - soweit sie nicht technisch oder planerisch mit der großen Maßnahme in Zusammenhang stehen - so bald wie möglich in 2009 und 2010 umgesetzt werden.

Die Mittel für den Einstieg in die grundlegende Sanierung sollen im Rahmen der anstehenden Schlussberatungen für den Haushalt 2009 eingeplant werden. Es handelt sich dabei um 3 Mio. Euro für 2009 sowie eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 3 Mio. Euro für das Jahr 2010.
 

Weitere Planung des Um-/Neubaus des Plenarsaals und weiterer Nutzungsbereiche (Restauration, Sitzungs-/Besprechungsräume, Besucherzonen, Garagenplätze, Technikräume usw.)

Die Baukommission hat sich konstituiert und die Arbeit als Beratungsgremium aufgenommen. In den kommenden Sitzungen sollen nun die Vorschläge für das weitere Verfahren besprochen werden. Dabei wird angestrebt, noch im Dezember 2008 eine Festlegung zu treffen, die als Basis für den anstehenden Architektenwettbewerb dienen soll. Das Ergebnis des Wettbewerbs soll ca. Mitte 2009 vorliegen und die Grundlage für die weitere Planung sein. Nach der Ausarbeitung der Bauunterlagen, Genehmigungen und Ausschreibungen bleibt das Ziel, nach der Auftragserteilung mit den Bauarbeiten möglichst bereits Anfang, spätestens aber Mitte 2010 zu beginnen. Dabei ist von einer Bauzeit von ca. 2 ½ Jahren auszugehen, so dass ca. Ende 2012 mit der Fertigstellung zu rechnen ist.

Dies bleibt ein ehrgeiziges Ziel, das mit einem hohen Maß an Belastungen und Einschränkungen für die Abgeordneten, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fraktionen und der Landtagsverwaltung sowie auch der Medien verbunden sein wird. Es wird in der Bauphase ebenfalls zu einer starken Einschränkung der Besuchsmöglichkeit des Landtages für Besuchergruppen kommen.

Für den Sitzungsbetrieb während der Bauphase werden im Bedarfsfall verschiedene Möglichkeiten geprüft. Priorität werden dabei aber Lösungen in der Nähe des Landtags haben müssen. Konkret wird zurzeit die Möglichkeit für Sitzungen im ehemaligen Forum des Landesmuseums intensiv geprüft.

In diesem Zusammenhang werden 2009 auch die beiden großen Sitzungsräume im Erweiterungsgebäude grundlegend saniert. Die jetzt vorhandenen Büros im Bereich des Forums werden von der Landtagsverwaltung 2009 / 2010 als „Ausweichquartier“ genutzt werden, wenn im Hauptgebäude / Kammerflügel grundlegende Sanierungen in den verschiedenen Etagen durchgeführt werden.
 

Ausgangssituation für die große Baumaßnahme:

1. Es besteht Übereinstimmung, dass der bereits im Jahr 2002 durchgeführte Architektenwettbewerb nicht die Grundlage für das weitere Vorgehen sein kann. Es haben sich zur damaligen Ausgangsituation Veränderungen ergeben, die nunmehr mit einbezogen werden müssen. Dies betrifft zum Beispiel die massiven Baumängel in der Portikushalle. Da sich dieser Innenhof nicht rekonstruieren lässt, ergibt sich die Möglichkeit und auch der Wunsch, diesen Bereich zu überdachen und anders als bisher zu nutzen.
  
2. Der Landtag verfolgt das Ziel, sich „nach außen“ ein anderes Gesicht zu geben, um durch eine andere Architektur und Gestaltung mehr Transparenz und Offenheit als Element des demokratischen Parlamentarismus zu erzeugen.

3. Die aktuelle Diskussion in der Stadt Hannover, die darauf abzielt, in dem städtebaulichen Quartier neue Akzente setzen zu wollen, soll ebenfalls  Berücksichtigung finden. Dabei wird gerade dem „Bauvorhaben Landtag“ eine wichtige Bedeutung zukommen.

Vor diesem Hintergrund sind alle Optionen, die sich aus der Gebäude- und Grundstückssituation ergeben, in den letzten Wochen geprüft worden. Die anliegenden zehn Varianten waren Gesprächsgrundlage und sind allen Fraktionen des Landtages vorgestellt worden. Es haben bereits mehrere Gespräche mit Vertretern der Landeshauptstadt stattgefunden. Darüber hinaus hat es intensive Kontakte zu Fachleuten des Denkmalschutzes gegeben, die als beratende Mitglieder in der Baukommission vertreten sind.

Im weiteren Verfahren werden von den zehn Vorschlägen mindestens fünf Standortplanungen aus unterschiedlichen Gründen nicht weiterverfolgt. Die zukünftige Diskussion wird sich auf wenige Planungen erstrecken, da für die Durchführung eines Architektenwettbewerbs möglichst klare Vorgaben unverzichtbar sein werden.

Zum Denkmalschutz will ich betonen, dass dieser für mich von besonderer Wichtigkeit ist. Deshalb wurde die Denkmalschutzbehörde sehr frühzeitig in alle Diskussionen eingebunden. Die Ergebnisse dieses Dialogs wird man bereits im nächsten Jahr sehen können, wenn die Fenster im Schloss und im Kammerflügel ausgetauscht werden.

Diese Debatte betrifft natürlich in besonderer Weise auch den Plenarsaal des Architekten Oesterlen als beredtes Dokument der Baukultur der fünfziger Jahre. Es gibt bei den aktuellen Überlegungen Vorschläge, die diese Architektur nicht antasten. Im Gespräch sind aber auch Lösungen, die in der Konsequenz den vorhandenen Bau beseitigen und Raum für eine neue Gesamtplanung bieten. Andere Alternativen lassen den Bau nur in Teilbereichen bestehen. Diese Diskussion über die beste Lösung wird nun zu führen sein. Aber eines muss offen angesprochen werden:

Das Plenargebäude in der jetzigen Form entspricht nicht mehr den Anforderungen, die heute an Landtagsbauten hinsichtlich der politisch gewünschten Transparenz und Öffnung zu den Bürgerinnen und Bürgern gestellt werden. Hier müssen neue Wege gefunden werden. Dabei sollte aus Respekt vor den Leistungen des großen Architekten Oesterlen darauf verzichtet werden, eine Lösung zu verfolgen, die seine Architektur nur noch in Rudimenten widerspiegelt.

Es bleibt die Frage nach der Höhe der Kosten der Baumaßnahme. Mit den schwierigen und umfangreichen Berechnungen konnte erst auf der Grundlage der nun vorliegenden Standortanalyse begonnen werden. Zurzeit werden die bei verschiedenen Varianten entstehenden Kosten intensiv durchgerechnet, damit belastbare Zahlen zur Verfügung stehen, wenn die Entscheidung über den Standort ansteht. Aus diesem Grunde können derzeit noch keine Angaben zu Baukosten gemacht werden.

Mein Ziel als Präsident des Landtags bleibt, da die Notwendigkeit der Baumaßnahmen an sich von keiner Fraktion bestritten wird, eine möglichst breite politische Zustimmung zu erreichen. Seit über einem Jahrzehnt wird in Niedersachsen über den Umbau oder Neubau des Landtags diskutiert. Der Landtag ist Zentrum unserer parlamentarischen Demokratie in Niedersachsen. Dazu sollten wir uns klar bekennen. Viele andere Bundesländer haben dies sehr eindrucksvoll mit der Gestaltung ihrer Landtage vollzogen und deshalb sollte auch Niedersachsen nach langen Diskussionen eine mutige und konsequente Entscheidung herbeiführen.


Zurück

Darstellung anpassen

Schriftgröße: kleine Schriftgröße mittlere Schriftgröße große Schrift
Farbkontrast: normaler Farbkontrast Farbkontrast umkehren

Sprachauswahl

Weiterführende Informationen

RSS-Feed

Icon für RSS Feed

Pressemeldungen der Fraktionen

SPD
CDU
B90/Die Grünen
FDP
AfD

Landespressekonferenz Niedersachsen (LPK)

Logo der Landespressekonferenz