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Readspeaker Symbol Pressemitteilung 815/2009 vom 02.11.2009

Die Bibliothek des Franziskanerklosters in Stadthagen (1486 – 1559) und die Geisteswelt der Renaissancen

Ausstellung in der Reihe „Landesgeschichte im Landtag"

Landtagsvizepräsident Ulrich Biel eröffnet am Mittwoch, dem 10. Januar 2007, um 12.00 Uhr im LEIBNIZ-SAAL des Niedersächsischen Landtages diese vom Niedersächsischen Landesarchiv - Staatsarchiv Bückeburg - konzipierte Ausstellung. Im Rahmen der Eröffnung werden der Archivdirektor des Staatsarchivs Bückeburg, Dr. Hubert Höing, sowie Dr. Udo Jobst das Thema und die Besonderheiten dieser Exposition näher erläutern.

Die Ausstellung zeigt in besonderer Weise, dass frühe Drucke „Gesamtkunstwerke" sind. Vom Einband über die Schrift bis zur Bebilderung stellt jedes Buch eine handwerkliche und ästhetische Meisterleistung dar. Das beweisen auch die Bücher des ehemaligen Klosters der Franziskaner-Observanten in Stadthagen, die im Leineschloss präsentiert werden.

Bücher waren im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit äußerst wertvoll. Sie wurden vor „Entfremdung" dadurch geschützt, dass man sie mit einer Kette befestigte, deren anderes Ende mit einer Stange am Lesepult, auf dem sie lagen und benutzt werden konnten, verbunden war. Zur Stadthäger Klosterbibliothek gehörten 85 Kettenbücher, von denen 73 erhalten sind. Davon werden über 30 in der Ausstellung gezeigt. Ein nachgebautes Lesepult führt den ursprünglichen Zustand vor Augen.

Unter den ausgestellten Büchern sind auch einige „Wiegendrucke", die diesen Namen tragen, weil sie in den „Kindertagen" des Buchdrucks, d. h. vor dem Jahr 1500 gedruckt wurden. Das inhaltliche Schwergewicht der Bibliothek liegt auf Werkausgaben von Theologen wie Dionysius dem Kartäuser (1402-1471) oder Rupert von Deutz (ca. 1070-1135), mit denen Kölner Klerikerkreise der Reformation entgegenzuwirken hofften.

Die Kettenbibliothek aus Stadthagen stellt einen seltenen Schatz dar. In der Geschlossenheit ihrer Erhaltung ist sie einmalig in Niedersachsen und darüber hinaus in ganz Deutschland. Sie ist vergleichbar mit den berühmten Kettenbibliotheken in Zuthphen (Niederlande) und Hereford (England).

Ziel der Ausstellung ist es, den wertvollen Buchbestand einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Der Betrachter soll nicht nur auf die prächtigen Einbände und Illustrationen aufmerksam gemacht werden, sondern auch darauf, dass die Verbreitung des Buchdrucks und der Bücher die Voraussetzung für die Modernisierung in der Renaissance gewesen ist.

Die Ausstellung, die in der Portikushalle des Niedersächsischen Landtages gezeigt wird, ist vom 11. bis 23. Januar 2007 (außer am Wochenende) jeweils von 10.00 - 17.00 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich.


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