Kai Seefried (CDU): „Wer soll denn sonst eure Interessen vertreten?“

Wann und warum sind Sie in die Politik gegangen?

„Ich wollte schon immer bei mir vor Ort die Zukunft mitgestalten und nicht nur in der Zeitung lesen, was da passiert. Und genau das war mein Antrieb, mich schon mit 16 Jahren für Kommunalpolitik zu interessieren. Ich habe dann mit 21 Jahren zum ersten Mal für den Gemeinderat kandidiert. Über diesen Weg – über die kommunalpolitische Schiene – bin ich in die Politik gekommen.“

Was macht ein schulpolitischer Sprecher eigentlich?

„Als schulpolitischer Sprecher sehe ich mich ein Stück weit auch als Interessenvertreter für gute Bildung in Niedersachsen, für die Schülerinnen und Schüler und für die Eltern. Wir greifen die Themen auf, die alltäglich in der Schule anfallen, aber auch die ganz grundsätzlichen Dinge wie ‚Wie soll Bildungspolitik überhaupt gestaltet und ausgerichtet sein?’. Das sind die immer wieder diskutierten Strukturfragen über die verschiedenen Schulformen. Aber es geht auch um inhaltliche Fragen wie Qualitätsverbesserungen, Stundentafeln, Schulsozialarbeit, Inklusion und vieles mehr.“

Wie genau setzen Sie sich für Kinder und Jugendliche ein?

„Wir begleiten natürlich als CDU-Landtagsfraktion – egal, ob man in der Regierung oder wie derzeit in der Opposition ist – die Bildungspolitik in Niedersachsen. Wir machen zum Beispiel entsprechende Entschließungsanträge, um inhaltliche Themen voranzubringen. Mir ist es wichtig, immer wieder vor Ort in Schulen zu sein, eigene Eindrücke zu sammeln – an ganz unterschiedlichen Stationen im Land. Denn man merkt einfach, Niedersachsen ist ein sehr großes Land mit ganz unterschiedlichen Regionen. Hier gibt es nicht nur die eine richtige Antwort, sondern man muss auch individuelle Lösungen finden.“

Was sind die wichtigsten Themen, Sorgen und Wünsche junger Menschen in Niedersachsen?

„Die Sorgen und Themen der Jugendlichen sind sicherlich vielfältig. Aber im Bildungsbereich, das erlebe ich immer wieder, ist die zentrale Forderung: ‚Hört endlich auf mit Strukturdebatten und lasst uns über Qualität und Inhalte sprechen’. Und das sehe ich ganz genauso. Wir brauchen eine Diskussion darüber, wie die Inklusion – also das Recht auf Teilhabe auch für Schülerinnen und Schüler mit Behinderung – gelingen kann. Und wir müssen über den Ausbau der Schulsozialarbeit und verbesserte Ganztagsangebote reden.“

Interessieren sich Jugendliche überhaupt für Politik?

„Es wird ja immer wieder gesagt, dass junge Menschen sich nicht für Politik interessieren. Ich erlebe das häufig ganz anders; zum Beispiel, wenn ich Schulen besuche oder Klassen in den Landtag kommen. Da werden viele interessierte und engagierte Fragen gestellt, woran man genau merkt, dass sich die Jugendlichen mit Politik auseinandersetzen.“
Interview mit Kai Seefried, Schulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion (©Tom Figiel)
Kai Seefried: „Wer soll denn sonst eure Interessen vertreten?“ (©Tom Figiel)

Inwiefern ist Politik für junge Menschen wichtig?

„Unsere Gesellschaft und Demokratie lebt davon, dass Menschen bereit sind, sich einzubringen. Wenn sich keiner mehr beteiligt, kann sich auch keiner mehr vertreten fühlen. Und deswegen kann ich nur an jeden appellieren, aktiv Politik mitzugestalten und nicht nur zu beobachten, was irgendwo passiert. Und das natürlich auch im Eigeninteresse der Jugendlichen. Wer soll denn ansonsten ihre Interessen vertreten?“

Was raten Sie Jugendlichen, die sich politisch engagieren wollen?

„Zum Glück gibt es viele Beteiligungsmöglichkeiten. Das geht schon in der Schule los mit dem Klassensprecher. Das geht weiter mit der Möglichkeit, in Schulvorständen zu arbeiten. In vielen Städten, Gemeinden und Landkreisen gibt es Jugendparlamente und Jugendorganisationen, bei denen man sich beteiligen kann. Und ich kenne nicht eine einzige Partei, die nicht aufgeschlossen ist für junge Menschen. Von daher würde ich sagen, Jugendlichen stehen alle Türen offen.“