Deine erste Wahl

Warum wählen wichtig ist

Viele Menschen kämpfen weltweit für freie Wahlen und setzen dabei sogar ihr Leben aufs Spiel (©Tom Figiel)
Wie wäre das: An deiner Schule wird eine neue Schülervertretung gewählt. Die meisten deiner Mitschülerinnen und Mitschüler interessiert das kaum – „Was kann sich schon groß ändern?“. Einer der Kandidaten ist Leon. Seine einzige Forderung: Nur noch Salami-Pizza in der Schulkantine! „Cool“, denkst du dir jetzt vielleicht. Aber: Kaum jemand geht wählen, bloß Leons Kumpels stimmen ab. Leon gewinnt. Aber schon nach zwei Wochen könnt ihr Salami-Pizza nicht mehr sehen...

Zugegeben, das Beispiel ist unrealistisch. Aber es geht ums Prinzip. Wählen ist wichtig. Denn: Wer nicht wählt, lässt andere für sich entscheiden. Bei der Wahl des niedersächsischen Landtages ist das nicht anders – bloß geht es dann um viel mehr als Pizza. Nur wer am Wahltag seine Stimmen abgibt, kann mitbestimmen, welche Parteien, Politikerinnen und Politiker in den kommenden fünf Jahren das Sagen haben: Wie viele Jahre musst du mindestens zur Schule gehen? Kannst du am Sonntag einkaufen? Kostet das Studium Gebühren? Oder: Ist das Rauchen in Kneipen erlaubt? Die Landtagsabgeordneten entscheiden in Hannover über viele Fragen, die deinen Alltag und dein Leben in Niedersachsen direkt beeinflussen. Kann einem das wirklich egal sein?

Das Wahlrecht – echter Luxus

Wenn du 18 Jahre alt bist, in Niedersachsen wohnst und die deutsche Staatsangehörigkeit hast, kannst auch du deine Stimmen bei der Landtagswahl abgeben. Auch Frauen dürfen dann natürlich wählen – na klar! Aber: Das war nicht immer so. Bis 1919 waren sie bei Wahlen in Deutschland ausgeschlossen – in der Schweiz sogar bis 1971. Das Recht, eine Volksvertretung zu wählen, ist eine bedeutende historische Errungenschaft und nicht selbstverständlich. Für Demokratie und freie Wahlen kämpfen auch heute noch weltweit viele Menschen – und setzen dabei sogar ihr Leben aufs Spiel.