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Readspeaker Symbol Das Leineschloss 1866 bis 1945

Fast ein Jahrhundert politischer Stillstand


1866 - Preußischer Adler

Nachdem das Königreich Hannover an der Seite Österreichs 1866 den "Deutschen Krieg" verloren hatte, wehte der preußische Adler über dem Leineschloss. Das Gebäude wurde Sitz der preußischen Provinzialverwaltung, dessen Oberpräsident im Kammerflügel einzog. Ab 1871 wohnten die deutschen Kaiser im Leineschloss, wenn sie die Provinzhauptstadt besuchten. Doch die "Kaiser-Appartements" verwaisten, als der letzte deutsche Monarch nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ins Exil floh.

1921 - Armenküche

1921 "verlieh" der preußische Staat das Gebäude für 100 Jahre an die Stadt Hannover zur kostenlosen Nutzung. Anstatt - wie ursprünglich geplant - mehrere Museen im Leineschloss unterzubringen, sah sich die Stadt Hannover genötigt, etwas für die unter Inflation und Arbeitslosigkeit leidende Bevölkerung zu tun. Sie vergab das Erdgeschoss an die Volkswohlfahrt, die dort eine Kantine mit Wärmehalle einrichtete.

1936 - Heeresgedenkstätte

1936 eröffneten die Nationalsozialisten im Schloss eine Heeresgedenkstätte und missbrauchten das Schloss zur ideologischen Kriegsvorbereitung. Und sie nutzten das Gebäude von diesem Jahr an für Empfänge und Feiern. Dabei hinterließen sie in den Festsälen schwere Schäden.

1943 - Zerstörung

Am 26. Juli 1943, um 12:05 Uhr, zerstörten Brandbomben bei einem Luftangriff amerikanischer B-17-Bomber in nur zehn Minuten das Leineschloss fast vollständig. Vermutlich an über 100 Stellen getroffen, brannte das Gebäude mit Ausnahme des Kammerflügels bis auf die Grundmauern nieder. In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 beschädigte die Druckwelle einer Luftmine die Ruine erneut und traf vor allem den Portikus schwer. Übrig blieb, wie der Historiker Georg Schnath formulierte, ein "...todwundes Denkmal einstiger Größe, eine stumme Anklage gegen den Wahnsinn der Zerstörung und eine fordernde Mahnung an die Überlebenden".

Mit der Trümmerräumung wurde noch zu Kriegszeiten begonnen. Der Kammerflügel erhielt gegen die Witterungseinflüsse ein Notdach. In den Nachkriegsjahren bis zum Wiederaufbau bezogen hier mehrere hannoversche Firmen ihr Notquartier.

Bilder zur Baugeschichte: 19. Jahrhundert


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