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Readspeaker Symbol Das Leineschloss von 1637 bis 1866

Ein Haus das immer wieder neu erfunden wird


17. Jahrhundert

1637, mitten im Dreißigjährigen Krieg, reichte es beim Herzog Georg von Calenberg nur für eine bescheidene Residenz: Das von ihm errichtete "Leineschloss" in Hannover war ein schlichter Fachwerkbau. Aber schon unter seinem Nachfolger, dem kunstsinnigen Herzog Johann Friedrich, begannen die "standesgemäßen" Umbauten. Bis 1689 entstanden auf dem Schlossgelände ein Kloster, ein Hoftheater und ein Opernhaus, das - ganz aus Holz gebaut - zu den prächtigsten in Europa zählte. Dass Johann Friedrich den Leipziger Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz als Ratgeber an seinen Hof holte, machte Hannover schlagartig zu einem Zentrum für Wissenschaft und Kultur.

18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert, nachdem Kurfürst Georg Ludwig 1714 zum König Georg I. von England gekrönt worden war, traf sich der europäische Hochadel in Hannover. Diese Jahre, in denen auch der Komponist Georg Friedrich Händel mehrfach im Leineschloss gastierte, waren die Zeit der größten Prachtentfaltung. Mit der Besetzung und Plünderung durch französische Truppen im Jahr 1803 begann die Verwahrlosung des Leineschlosses. Die Besatzer schenkten das Gebäude der Stadt Hannover mit der Auflage, es zu einer Kaserne für 3000 Soldaten umzubauen. Erst mit dem Ende der napoleonischen Herrschaft endete die militärische Nutzung.

19. Jahrhundert

Der Wiener Kongress 1814/1815 gab Europa eine politische Neuordnung und dem Königreich Hannover eine "Allgemeine Ständeversammlung", in deren Geschäftsordnung erstmals der Begriff "Landtag" auftauchte. Die Ständeversammlung tagte in den ersten vier Jahren ihres Bestehens im Leineschloss. Doch schon 1837 sollte König Ernst August von Hannover diesem ersten, zaghaften Ansatz von Demokratie ein Ende bereiten, indem er die Ständeversammlung auflöste. Sieben Göttinger Professoren protestierten gegen diese Entscheidung - vergeblich. Ernst August jagte die "Göttinger Sieben" aus ihren Ämtern und drei von ihnen sogar aus dem Land.

Im Jahr 1817 begann der Umbau des Leineschlosses durch den Hofbauverwalter Georg Ludwig Friedrich Laves, der später als einer der bedeutendsten Architekten des Klassizismus berühmt wurde. Ihm verdankt das Gebäude seinen prägenden Portikus an der Leinstraße und den vorspringenden Wintergarten am Leineufer, der heute dem Landtagspräsidenten als Arbeitszimmer dient. 1856 verzichtete König Georg V. auf den weiteren Ausbau und ließ stattdessen das Welfenschloss errichten, heute Sitz der Universität Hannover. Architektonisch unvollendet wurde das Leineschloss 1862 erneut zur Heimstatt parlamentarischer Gremien, die sich aus der Ständeversammlung entwickelt hatten.

Bilder zur Baugeschichte: 13. bis 18. Jahrhundert


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